Urban Design Project III 
Fluchtlinien. Mobilitätspraktiken einer verstädterten Realität 2014/2015

Core Subjects

„The refugee should be considered for what [s]he is, that is, nothing less than a border concept.“ (Giorgio Agamben)
Jeden Tag brechen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zelte ab und verlassen ihre Heimat; täglich kommen überall in (West-) Europa neue Flüchtlinge an. Spätestens seit den verheerenden Bootsunglücken von Lampedusa, ist die Existenz von Flüchtlingen nicht mehr zu leugnen und eine städtische Realität geworden: Zeltstädte wurden z.B. am Oranienplatz in Berlin errichtet, Kirchen (z.B. in St. Pauli) beherbergen Flüchtlinge und auch Politiker nehmen sich des Themas öffentlichkeitswirksam an.
Das UDP3 thematisiert Fragen der Unterbringung von und des Umgangs mit Flüchtlingen ebenso wie die Frage, welche Formen des Wohnens und Alltags in temporären Unterbringungen möglich und realistisch sind. Anhand von eigenen Forschungen wird erkundet, was Menschen (aus politischen, wirtschaftlichen, kulturellen) Gründen dazu bewegt wegzugehen und unter welchen Bedingungen sie wie, wo und wann ankommen. Was heißt Wohnen in der Fremde? Wann ist ein Alltag etabliert? Und was ist Wohnen, wenn ich nicht tätig sein darf?
Wie sehen gegenwärtige Fluchtlinien aus? Wie verändern sie gesellschaftliche (und damit städtische) Realitäten? Welche (Im-)Mobilitätspraktiken lassen sich erkennen, welche (baulichen) (An-)Ordnungen (Löw) und „operationale Landschaften“ (Brenner) entstehen und auf welchen Maßstäben? Wie können wir zukünftige Modelle entwickeln, die diese neuen Realitäten anerkennen und neues städtisches Zusammenleben ermöglichen?

Literatur:
Holert, Tom / Terkessides, Mark (2006): Fliehkraft. Gesellschaft in Bewegung. Von Migranten und Touristen. Köln: Kiepenheuer und Witsch.
Scheppe, Wolfgang & the IUAV Class on Politics of Representation (2010): Migropolis. Venice / Atlas of a Global Situation. Ostfildern: Hatje Kantz.

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http://ud.hcu-hamburg.de/projects/core-subjects/urban-design-project-3-fluchtlinien-mobilitaetspraktiken-einer-verst-dterten-realit-t-2014-2015

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