Das Soziale der Stadt IV „Towards a theory of a performativity of place?“ Zu Judith Butler. 2017/18

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Die Seminarreihe „Das Soziale der Stadt“ behandelt theoretische Fragestellungen zur sozialen Beschaffenheit des Stadtraums. Dabei geht sie von der These aus, dass Stadtraum sozial produziert wird. Was oder wer aber konstituiert diese gemeinschaftliche und auch konflikthafte Produktion von Stadt? Und wie kommt sie zu Stande? Vor dem Hintergrund dieses Fragens unternimmt das IV. Seminar den Versuch, entlang der Theoriebestände der Denkerin Judith Butler Hinweise auf eine mögliche Theorie des Sozialen der Stadt zu erarbeiten.


Einer der wichtigen Aspekte, die Butler in das Sprechen über Stadt einbringt, ist die Frage der Performativität. Das Wort performativ bedeutet hier, dass Körper nicht als voraussetzungslose Natur erachtet werden. Sie bilden vielmehr die Form einer von Sprache und Diskursen durchdrungenen Materie. Das soll sagen, dass Körper immer in Machtverhältnisse eingebettet sind. Körper sind nicht gegeben sondern entstehen unter normativem Druck als das, was Butler „Performanz“ nennt, als „wiederholbare Materialität.“ Von der temporalen Bedingtheit der Körper allerdings rührt auch ihr subversives Potential her: jede Wiederholung kann die Norm verfehlen. In jüngster Zeit haben vor allem Butlers Überlegungen zur Prekarität der Versammlung von Körpern an öffentlichen Plätzen Furore gemacht. Die von Hannah Arendt vorgenommene Trennung des Körperlichen vom Raum des Politischen wird hier in Frage gestellt und dagegen Versammlungen als körperliche Artikulation „leiblicher Forderungen“ gesetzt. Wo diese Artikulation für Butler zum Kern politischen Handelns gerät, so lenkt sie damit die Aufmerksamkeit auf die Frage der Performativität der Plätze selbst. Das berührt auch Fragen der Regulierung des Zugangs zu bestimmten Orten und die ordnungspolitische Technik der Schwächung oder Stärkung räumlicher Infrastrukturen. Angesichts dessen untersucht das Seminar grundlegende Überlegungen von Butler aus der Perspektive des Stadtdiskurses sucht sie für eben jenen fruchtbar machen. In Gruppenarbeit schließen die Studierenden die für die Fragestellung wichtigsten Bücher von Butler auf, legen deren zentrale Thesen dar und verknüpfen sie mit Themenbereichen des Stadtdiskurses.

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http://ud.hcu-hamburg.de/projects/courses/das-soziale-der-stadt-iv-towards-a-theory-of-a-performativity-of-place-zu-judith-butler-2017-18

Information

Alle Disziplinen, die 5 CP für ein Wahlfach anmelden können, sind willkommen. Für Studierende der Architektur und des Urban Design ist diese IV. Ausgabe des Seminars inhaltlich und formal an das Projekt „À propos des places“ gekoppelt.
Studierende finden weitere Informationen HIER.