Gestaltung und Design II: Urban Types

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"Urban Types (UT) – Von Häusern und Menschen" fokussiert das Wohnen als Praxis und nimmt dabei die Perspektive der Bewohnenden deutlicher in den Blick. Mittels verschiedener Methoden wie Film, Foto, Zeichnung, Text und Dokumenten versucht das Seminar Methoden der Untersuchung und Erzählung anzuwenden und anhand von Haus- und Bewohner*innenbiografien zu erfahren: Wann, wie, wo und mit wem bewohnen wir die Zimmer, Häuser, Quartiere, die Stadt und die Welt? Ausdifferenzierungen unserer Lebensweisen prägen dabei zwar unsere Wohnpraktiken, nicht aber unbedingt unser Wohnverständnis oder gar unsere Wohnungen. Wofür wir uns interessieren, ist wie das alltäglich praktizierte (Be-)Wohnen in Beziehung zu den gebauten Wohnräumen steht und wir fragen uns, ob darin möglicherweise Wissensräume verborgen sind, die wir für mögliche Zukünfte des Wohnens aufschließen können? (UT 2019; https://urban-types.de/)

Urban Types in Post-Suburbia
In diesem Semester wollen wir anhand zweier Typologien – die unterschiedlicher nicht sein könnten: das Einfamilienhaus und die Großwohnsiedlung – untersuchen, wie und wo das Handeln von Akteurinnen und Akteursgruppen sich im Wohnen manifestiert und materialisiert. Mit ausgewählten Haus- und Bewohnerinnenbiografien suchen wir uns die Wohnpraxis der Bewohnerinnen greifbar zu machen und dabei das Spannungsfeld zu ergründen wie ausgewählte Räume konzipiert und gebaut sind und wie in ihnen gelebt wird (vgl. Lefebvre 1974, Rolshoven 2012). Wir fragen uns: Welche (historischen, sozialen, ökonomischen, ökologischen…) Narrative sind darin inkorporiert (vgl. Elias 1969) und lassen sich möglicherweise wiedererkennen? Mit „use matters” (Cupers 2013) geben wir den Nutzerinnen und Nutzungen vermehrt Bedeutung und versuchen zu ermitteln: Wie und wo finden Grenzüberschreitungen, Regelbrüche, Umnutzungen, Aneignungen durch Gebrauch statt? Welche Standards liegen diesen zugrunde? Wie und wodurch werden diese erfahrbar? Welche Themenfelder lassen sich daran anknüpfen? Aus den so gewonnenen Erkenntnissen suchen wir die Wohnweisen in Verbindung mit gesellschaftlichen Entwicklungen produktiv zu machen und in das Post-Suburbia der Zukunft zu übersetzen, zu denken, zu entwerfen. Wir fragen uns dabei: Welche Optionen für zukünftiges städtisches Leben sind in den Beständen und Praktiken bereits angelegt - sowohl für jeden Einzelnen, die Gemeinschaft(en), als auch die Gesellschaft? Wie können wir diese Potentialitäten sichtbar machen und mögliche Transformationen aufzeigen? Was bedeutet das für unser Verständnis und für unsere Praxis des Wohnens?

Information

Dienstag 12:15-14:45 Uhr
HVP-2.102 / Projektraum I

Contributors

Prof. Dipl. Ing. Bernd Kniess

,

Professor, Urban Design

M.Arch. Marieke Behne

,

Academic Staff, Ph.D. Candidate