Grenzverschiebung, Städtebaulicher Entwurf 2010

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Wilhelmsburg befindet sich – wie kaum ein anderer Stadtteil Hamburgs – im Spannungsfeld von Verteilungs- und Definitionskonflikten, von Internationaler Garten- oder Bauausstellung und Gegenkultur, von Investorenplänen und Alltag eines interkulturellen Wohnorts. Die Planungsvorschläge argumentieren derzeit vor allem auf der Ebene der „Verbesserung“ eines „defizitären“ Stadtteils. Diese Vorgehensweise lässt sich hinterfragen: Bezieht Wilhelmsburg seine Stärke nicht gerade aus dem Unfertigen, Undefinierten, aus seiner Vielfalt, seinen Brüchen?
Ein nahezu blinder Fleck auf der Karte Wilhelmsburgs ist das Gebiet, das sich noch hinter Deich und Zollgrenze verbirgt. Doch mit der Verkleinerung des Freihafens rückt der Spreehafen mit seiner Insel und seinen Wasserkanten in den Fokus der „wachsenden Stadt“. Unser Betrachtungsgebiet ist die Situation um den S-Bahnhof Veddel und die Harburger Chaussee, dazu die momentane Industriezone auf der Spreehafeninsel.
Geografisch liegt es im „Hinterhof“ des Hafens, bisher abgeschnitten von Deich und Zaun, Ernst-August-Kanal, Bahnlinie und Autobahn. Das Gebiet kann als Pars pro Toto für den städtebaulichen Zustand der Elbinseln bezeichnet werden. Mit seinen unterschiedlichen Teilgebieten bleibt es unfertig, seine Entwicklung als Ansammlung unzusammenhängender Teilstücke scheint mit Blick auf seine Lage folgerichtig. Der Zwischenraum: Landschaftsstreifen, die die Insellage der einzelnen Stadtfragmente noch verstärken.
Diese Situation beginnt sich nun umzukehren. An der Schnittstelle zu den potentiell neuen Stadtgebieten auf dem Kleinen Graasbrook kann der einsetzende Prozess der Entwicklung den Ort vom Hinterhof des Hafens zur Schauseite Wilhelmsburgs entwickeln. Daraus ergeben sich verschiedenste Ansätze oder Handlungsoptionen. Wie kann man auf der Grundlage der vorhandenen heterogenen Potentiale des Ortes eine eigene städtebauliche Entwurfstrategie entwickeln?

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