Interkulturelle Praxis III: just build it. Universität der Nachbarschaften 2011

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Der Begriff der ›Interkultur‹ thematisiert zum einen die Frage der Kultur als städtischer Ressource, zum anderen die Betonung des Interagierens unterschiedlicher Vorstellungs- bzw. Handlungsweisen und Deutungshorizonte. Warum Kultur? Wenn Stadt aus den kulturellen Praktiken heraus analysiert wird, kommt dasjenige Spannungsfeld in den Blick, in das Kultur »symbolische Gleichgewichte, ausgleichende Verträge und mehr oder weniger dauerhafte Kompromisse einbringt« (de Certeau). Diese Verträge erhalten ihre Nachhaltigkeit weniger durch juristische Legitimation, als durch ein Herstellen von Öffentlichkeit – ein entscheidender Punkt bei der Begründung des Implementierens performativer Formate als kulturelle Programmierungen in Stadtentwicklungsprozesse. Das bedeutet auch: den Begriff der Stadtentwicklung aktiv zu erweitern. D.h.: auf die bestehende urbane Situation einzugehen um daraus mögliche neue Handlungsoptionen zu entwickeln.



Was geschieht, wenn Studierende nicht nur planen, sondern wenn sie das Geplante selbst umsetzen? Direkt 1:1, ohne Budget und unter erschwerten Bedingungen: Die Bauherren sind Kinder und Jugendliche, die bei der Konkretisierung ihrer Wünsche und Vorstellungen auch noch selbst mit anpacken wollen. Der Architekt wird unweigerlich zum Komplizen. Die vertrauten Werkzeuge und Bilder funktionieren nur bedingt. Architektur entsteht dann aus Improvisation und als unmittelbare Folge der Kommunikation, mit hohen Anforderungen an eine Planung, die in ihrem Ergebnis so lange offen bleibt, wie der Prozess es verlangt. Hier wird radikaler Pragmatismus erprobt: Go out and start doing it! Just build it! Das Seminar knüpft unmittelbar an die in ›participate‹ und ›activate‹ erarbeiteten Projekte an, um sie gemeinsam mit den Akteuren vor Ort weiter zu planen und baulich umzusetzen.

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