17/01/20 Die urbane Leere: Neue disziplinäre Perspektiven auf Transformationsprozesse in Europa und Lateinamerika

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In Anbetracht von ökonomischen, ökologischen oder sozialen Krisen, manifestieren sich „Brüche“ kontinuierlicher Transformation nicht nur in gesellschaftlichen Entwicklungen, sondern auch als räumliche Phänomene. Komplexe Veränderungen der sozial-räumlichen Struktur können mit den gängigen Methoden der raumgestaltenden Disziplinen Architektur und Städtebau nur schwer erfasst werden, weshalb die Lösungsvorschläge oftmals unzulänglich bleiben. Der Mangel an Beiträgen, welche der Komplexität von Stadtentwicklungsprozessen gerecht werden, zeigt die Notwendigkeit über die Inhalte und Reichweite professionellen Handelns innerhalb der Disziplinen Architektur und Städtebau zu reflektieren.


Ein räumliches Phänomen, das als sichtbares Produkt urbaner Wandlungsprozesse in der Stadtentwicklung die Herausforderungen für bisherige architektonische und städtebauliche Handlungsweisen besonders zeigt, ist die Brache. Solche urbanen Brachen, zum Beispiel stillgelegte Fabrikareale, großflächig leerstehende Wohnungen oder ungenutzte Flächen in Erdgeschoßzonen, bergen vielfältige Transformationsmöglichkeiten, indem Praktiken von Planungsinstitutionen auf kollektive, selbstorganisierte Handlungsweisen von Stadtbewohnerinnen treffen. Ziel dieser Forschung ist ein profundes Verständnis von Brachentransformation im Hinblick auf das Zusamenspiel von unterschiedlichen Handlungslogiken mit dem Zweck disziplinäre Sicht- weisen auf dynamische, räumliche Phänomene zu erweitern.

Vor dem Hintergrund theoretischer Konzepte des relationalen Raumes und der Akteur-Netzwerk-Theorie wird der Forschungsprozess angeleitet durch die Frage, wie sich in der urbanen Leere verschiedene Handlungslogiken in einem räumlichen Transformationsprozess manifestieren. Nachdem sich das eingegrenzte Themenfeld insbesondere an Orten erforschen lässt, welche aufgrund von Krisen durch einen hohen Grad an Selbstorganisation an der Schnittstelle zur institutionellen Planung gekennzeichnet sind, fand die empirische Erkundung der urbanen Leere in der von der nationalen Krise 2001 geprägten Stadt Buenos Aires, Argentinien, statt.

Information

Vortrag von Judith Lehner im Rahmen ihres Promotionsverfahrens.
Prof. Ingrid Breckner, Prof. Helmut Schramm (TU Wien), Zusätzlicher Professor: Prof. Bernd Kniess
Freitag, den 17.01.2020, 10 Uhr
HafenCity Universität, Überseeallee 16, 20457 Hamburg
Raum 3.103

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