22/06/19 43. Internationales Städteforum 2019. Leben in der urbanen Stadt. Keynote: Bernd Kniess

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Viele Großstädte stehen derzeit vor der Aufgabe, einen stetigen Bevölkerungszuwachs und die damit in Verbindung stehenden Anforderungen bewältigen zu müssen. Vor allem der Wohnungsbau ist für diese Städte eine wichtige Aufgabe.

Auch Kiel ist eine wachsende Stadt. Mit einer strategischen Innenverdichtung, der Entwicklung neuer Wohngebiete und auch durch das Schaffen neuer Konversionsflächen will die Verwaltung die neuen Bedarfe decken. Gleichzeitig soll Kiel als lebenswerte, grüne Stadt gestaltet werden. Auch der Erhalt von historischer, denkmalgeschützter Bausubstanz ist ein wichtiger Aspekt der zukünftigen Entwicklung.

Stadtgrün übernimmt in einer Stadt viele wichtige Funktionen. Zum einen dienen wohnungsnahe Grünflächen der Erholung und sind sozialer Treffpunkt. Zum anderen gliedern Grünräume die Stadt und bilden das Grundgerüst für eine bauliche Entwicklung.

Gleichzeitig sind Grünflächen, Gewässer, Wälder und Stadtbäume wichtig für das städtische Klima. Grünflächen dämpfen außerdem Lärm und unterstützen die Luftreinhaltung und helfen, den Wasserhaushalt zu regulieren. Sie sind Lebens- und Wanderungsraum für Tiere und Pflanzen. Für die Gestaltung der lebenswerten Stadt von morgen gilt es nun, diese Potentiale zu nutzen und die veränderten Ansprüche der Bevölkerung dabei zu integrieren.

Die bestehenden historischen Parkanlagen spiegeln zudem die Geschichte der Stadt und ihrer Kultur wider. Gleiches gilt auch für denkmalgeschützte Gebäude, die oft stadtbildprägend sind. Sie stiften Identität und können als Orte und Objekte der kulturellen Bildung dienen. Sie werden als touristische Ziele und als weiche Standortfaktoren geschätzt. Ihre Pflege gilt als ein bedeutender Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor, sie ist nachhaltig und ressourcenschonend.

Gleichwohl können - unter Einhaltung der Vorgaben des Denkmalschutzes - die historischen Gebäude an die aktuellen Bedürfnisse einer wachsenden Stadt angepasst werden. Wohnungsbau kann etwa durch Nachverdichtung in den Blockinnenbereiche der Gebäude aus der Gründerzeit verwirklicht werden oder durch eine Aufstockung der Zeilenbebauung der 1950er und 1960er Jahre. So kann das Neue in das Alte integriert werden. Die Stadt verändert ihr Gesicht, es wird der dringend benötigte Wohnraum geschaffen und gleichzeitig ein wichtiges Stück Identität gewahrt.

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